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Gesundheit wird für viele von uns erst dann zum Thema, wenn etwas nicht mehr rundläuft.
Die Verdauung verändert sich. Die Energie fehlt. Haut oder Fell zeigen Auffälligkeiten. Bewegungen fallen schwerer. Wir schlafen schlechter oder fühlen uns einfach nicht mehr so leistungsfähig wie gewohnt.
Dann beginnen wir zu suchen: Was könnte helfen?
Doch was wäre, wenn wir die Blickrichtung einmal verändern?
Wenn wir nicht erst fragen, was wir gegen ein Problem tun können, sondern viel früher beginnen:
Was braucht ein Organismus eigentlich, damit seine natürlichen Regulationsprozesse möglichst gut funktionieren können?
Genau dort beginnt für mich Gesunderhaltung.
Gesundheit ist kein statischer Zustand
Unser Körper – und ebenso der unserer Tiere – befindet sich ständig in Bewegung.
Zellen werden erneuert. Nährstoffe aufgenommen und verarbeitet. Stoffwechselprodukte ausgeschieden. Informationen weitergegeben. Das Immunsystem reagiert auf seine Umwelt. Der Organismus gleicht Veränderungen aus und passt sich immer wieder neuen Bedingungen an.
Gesundheit bedeutet deshalb nicht, dass im Körper niemals etwas aus dem Gleichgewicht gerät.
Vielmehr besitzt ein gesunder Organismus zahlreiche Möglichkeiten, Veränderungen wahrzunehmen, darauf zu reagieren und Gleichgewichte immer wieder neu herzustellen.
Dafür benötigt er allerdings die passenden Voraussetzungen.
Und die beginnen erstaunlich grundlegend.
Sauerstoff. Wasser. Mineralien.
Wenn wir über Ernährung sprechen, denken wir häufig zuerst an Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und vielleicht noch Vitamine.
Doch unser Organismus benötigt noch wesentlich grundlegendere Bausteine.
Sauerstoff, Wasser und Mineralstoffe gehören zu den elementaren Voraussetzungen des Lebens.
Mineralstoffe liefern uns beispielsweise keine Energie – trotzdem sind sie an unzähligen Vorgängen beteiligt. Sie spielen unter anderem bei Enzymreaktionen, Nerven- und Muskelfunktion, Flüssigkeitsverteilung, Signalübertragung oder dem Aufbau verschiedener Strukturen eine Rolle.
Dabei ist ein Punkt besonders wichtig:
Mehr ist nicht automatisch besser.
Ein Organismus benötigt nicht einfach möglichst große Mengen einzelner Stoffe. Entscheidend sind Bedarf, Verfügbarkeit und das Zusammenspiel verschiedener Nährstoffe.
Genau deshalb gefällt mir der Begriff Gleichgewicht an dieser Stelle so gut.
Nicht alles muss gleich viel vorhanden sein. Aber die einzelnen Bausteine müssen so zur Verfügung stehen, dass der Organismus mit ihnen arbeiten kann.
Essen bedeutet noch nicht automatisch Versorgen
Damit kommen wir zu einem Punkt, der bei Ernährung manchmal vergessen wird.
Nur weil ein Nährstoff in einem Lebensmittel enthalten ist, bedeutet das noch nicht automatisch, dass er vollständig im Organismus ankommt.
Nahrung muss zunächst aufgenommen, aufgeschlossen und ihre Bestandteile müssen resorbiert werden.
Die chemische Form eines Stoffes, andere Bestandteile einer Mahlzeit und natürlich der Zustand unseres Verdauungssystems können beeinflussen, was letztlich verfügbar wird.
Deshalb gehört für mich zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Ernährung immer auch die Frage:
Was passiert eigentlich zwischen Teller und Zelle?
Und damit landen wir zwangsläufig beim Darm.
Der Darm ist weit mehr als ein Verdauungsrohr
Der Darm muss etwas Erstaunliches leisten.
Er soll Nährstoffe aufnehmen – und gleichzeitig kontrollieren, was die Grenze zum Körperinneren passieren darf.
Seine Schleimhaut bildet deshalb keine einfache undurchlässige Wand. Sie ist eine hochkomplexe, selektive Grenzfläche.
Und auf dieser Grenzfläche leben unzählige Mikroorganismen.
Bakterien und andere Mikroorganismen bilden gemeinsam ein komplexes Ökosystem. Dabei ist die Vorstellung von ausschließlich „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien viel zu einfach.
Entscheidend ist auch, was diese Mikroorganismen tun.
Bestimmte Bestandteile unserer Nahrung können von ihnen weiterverarbeitet werden. Dabei entstehen wiederum Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren. Butyrat beispielsweise dient bestimmten Zellen des Dickdarms als wichtige Energiequelle.
Gleichzeitig steht der Darm in enger Verbindung mit unserem Immunsystem.
Plötzlich wird aus „Verdauung“ ein ziemlich großes Thema.
Wir essen niemals ganz allein
Dieser Gedanke fasziniert mich besonders:
Wenn wir essen, ernähren wir nicht ausschließlich unsere eigenen Zellen.
Wir stellen gleichzeitig unserem mikrobiellen Ökosystem Substrate zur Verfügung.
Was wir essen, beeinflusst Mikroorganismen.Mikroorganismen verändern Bestandteile unserer Nahrung.Dabei entstehen neue Stoffe.Und diese können wiederum mit unserem Organismus interagieren.
Genau an diesem Punkt begegnen wir einem Prinzip, das Menschen bereits seit Jahrtausenden nutzen:
Fermentation.
Wenn Mikroorganismen mitarbeiten
Sauerkraut, Sauerteig oder Joghurt sind klassische Beispiele dafür, dass Mikroorganismen Lebensmittel verändern können.
Fermentation bedeutet dabei nicht einfach, verschiedene Zutaten miteinander zu vermischen.
Es findet eine tatsächliche biochemische Veränderung statt.
Bestandteile können umgewandelt werden, das Milieu kann sich verändern und neue Stoffwechselprodukte können entstehen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes fermentierte Lebensmittel für jeden Menschen besonders gesund ist. Ebenso ist „fermentiert“ nicht gleichbedeutend mit „probiotisch“.
Auch hier lohnt sich also wieder der differenzierte Blick.
Besonders spannend wird es, wenn Fermentation nicht nur in einem Schritt erfolgt, sondern mehrere Fermentationsstufen miteinander verbunden werden – wie bei der sogenannten Kaskadenfermentation.
Doch auch hier gilt ein Grundsatz, der sich eigentlich durch das gesamte Thema zieht:
Ein interessantes Verfahren ist noch keine Wirkungsgarantie.
Entscheidend bleibt immer, welches Produkt entsteht, was darin enthalten ist und wofür es eingesetzt werden soll.
Pflanzen sind mehr als einzelne Wirkstoffe
Ähnlich verhält es sich mit Pflanzen.
Wir versuchen gerne, Lebensmittel oder Kräuter auf einzelne Inhaltsstoffe zu reduzieren:
Vitamin C. Magnesium. Ein bestimmtes Polyphenol. Ein Bitterstoff.
Doch eine Pflanze besteht aus einer komplexen Matrix zahlreicher Bestandteile.
Mineralstoffe, Vitamine, Ballaststoffe und unterschiedlichste sekundäre Pflanzenstoffe begegnen sich innerhalb derselben Pflanze.
Das macht Pflanzen so interessant – aber auch zu einem guten Beispiel dafür, warum „natürlich“ nicht automatisch „harmlos“ bedeutet.
Pflanzen können sinnvoll unterstützen. Sie können aber ebenso unerwünschte Wirkungen oder Wechselwirkungen besitzen.
Ganzheitlichkeit bedeutet für mich deshalb nicht, möglichst viel Natürliches einzusetzen.
Ganzheitlichkeit bedeutet auch, zu wissen, wann etwas sinnvoll ist – und wann nicht.
Unterstützung sollte einen Grund haben
Und damit sind wir vielleicht beim wichtigsten Gedanken dieses ganzen Themas.
Gesunderhaltung bedeutet nicht, morgens zehn Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ständig den Darm „zu sanieren“ oder einem gesunden Hund vorsorglich möglichst viele Produkte zu geben.
Manchmal ist die beste Unterstützung eine gute Ernährung.
Manchmal Bewegung.
Manchmal Ruhe.
Manchmal eine gezielte Ergänzung.
Manchmal eine Pflanze.
Manchmal braucht es Diagnostik.
Und manchmal braucht es schlicht gar nichts zusätzlich.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Was könnte ich noch geben?“
Sondern:
„Was braucht dieser Organismus jetzt?“
Genau dort treffen für mich Wissen und Ganzheitlichkeit aufeinander.
Wahrnehmen. Verstehen. Begleiten.
Wir können Gesundheit nicht garantieren.
Auch ein Mensch oder Tier, das hervorragend ernährt wird, sich bewegt und gut versorgt ist, kann erkranken. Gesunderhaltung darf deshalb niemals bedeuten, Krankheit als Folge „falscher Entscheidungen“ zu betrachten.
Aber wir können versuchen, Bedingungen zu schaffen, unter denen ein Organismus seine eigenen Regulationsmechanismen möglichst gut nutzen kann.
Und dafür müssen wir nicht erst warten, bis der Körper laut wird.
Wir dürfen früher hinsehen.
Wahrnehmen, was sich verändert.Verstehen, welche Zusammenhänge bestehen.Und begleiten, wo Unterstützung tatsächlich sinnvoll ist.
Denn Gesunderhaltung beginnt nicht erst dort, wo Krankheit endet.
Sie beginnt lange davor.
Du möchtest tiefer einsteigen?
Aus genau diesem Gedanken ist mein neuer JORDWYN Wegbegleiter „Bevor der Körper ruft“ entstanden.
Auf rund 70 Seiten gehen wir gemeinsam tiefer in die Zusammenhänge von Sauerstoff, Wasser und Mineralstoffen, mineralischem Gleichgewicht, Ernährung und Bioverfügbarkeit, Darm und Mikrobiom, Pflanzenkraft, Fermentation und Kaskadenfermentation.
Nicht als Sammlung von Patentlösungen und nicht als Produktbroschüre, sondern als verständlicher Begleiter für alle, die Gesundheit bei Mensch und Tier bewusster betrachten möchten.
„Der Wegbegleiter – Bevor der Körper ruft“ erscheint als digitales PDF und kann bequem auf Smartphone, Tablet oder Computer gelesen werden.
Dein Weg beginnt vor dem Ruf.
JORDWYN – Natürlich. Ganzheitlich. Verbunden.
